Stark verölte Stanzteile
Wenn stark verölte Stanzteile Probleme bei der Beschichtung verursachen, liegt das meist an mangelnder Haftung oder ungleichmäßiger Schichtbildung. Hier ist eine Übersicht über Ursachen, Auswirkungen und Lösungsansätze.
Öl auf Stanzteilen vor der Beschichtung
Beim Stanzen werden häufig Schneidöle, Ziehöle oder Korrosionsschutzöle verwendet.
Das Problem, diese können:
- auf der Oberfläche haften bleiben
- sich mit Staub oder Partikeln mischen
- beim Beschichten zu Haftungsfehlern führen
Viele beschichter verlangen < 0,5 mg/m2 Restöl auf der Oberfläche, um eine stabile Haftung zu gewährleisten. Als Zulieferer von Stanzteilen an eine Beschichtung, sollte ein standardisierter Reinigungsprozess vorliegen- ggf. mit Prüfprotokoll.

Fehlerbilder
Typische Fehlerbilder können sein:
- Abblättern oder Kraterbildung in der Beschichtumg
- Benetzungsstörung z.B. “Fischaugen”
- Ungleichmäßige Schichtdicke
- Blasenbildung während des Einbrennens oder Trocknens
- Korrosionsprobleme durch mangelhafte Haftung
Ursachenanalyse
Ursachen können sein:
- Zu hoher Ölanteil beim Stanzen, z.B bei automatisierten Anlagen mit Überdosierung.
- Falscher oder unzureichender Reinigungsprozess vor der Beschichtung.
- Öltyp nicht wasserlöslich oder schwer zu entfernen, z.B. Additive, Hochdrucköle.
- Verschleppung von Öl in nachfolgende Bäder, z.B. in einer Vorbehandlungsanlage.
- Zu niedrige Entfettungstemperatur oder falsches Reinigungsmedium.
Lösungsansätze
1. Reinigung / Entfettung optimieren
- z.B. modifizierte Alkohole oder Kohlenwasserstoffe bei stark ölhaltigen Bauteilen
2. Prozess anpassen
- z.B. Verwendung von leicht entfernbaren Stanzölen.
3. Kontrolle & Qualitätssicherung
- z.B. Restölbestimmung gravimetrisch oder FTIR.




